Umfrage Univital

Liebe Studierende der Germanistik,

Univital, ein Projekt zum Studentischen Gesundheitsmanagement der Universität Heidelberg führt momentan eine kurze Umfrage zu Studienverhältnissen durch und hofft auf eine möglichst große Beteiligung in allen Fachrichtungen. Darum würden wir uns freuen, wenn möglichst viele an der Umfrage teilnehmen würden.

Hier ist der Link zur Umfrage: https://ww3.unipark.de/uc/SGM/a6b9/

Vielen Dank schon einmal

Die Fachschaft Germanistik

Präsent bleiben – Ein Brief an die Bildungspolitiker*innen in Ländern und Bund

Die Fachschaft Germanistik hat sich, aufgrund der leider immer noch Online stattfindenden Lehre, dazu entschieden einen von anderen Fachschaften und der Initiative OnlineLeere verfassten offenen Brief zu unterstützen.

 

Präsent bleiben.

 

 

Ein Brief an die Bildungspolitiker*innen in Ländern und Bund

 

Wir sind ein bundesweiter Zusammenschluss aus studentischen Initiativen und Organen. Bei uns finden Perspektiven aus unterschiedlichen Studienrichtungen, Hochschulstandorten und Tätigkeitsfeldern zusammen.

Eine Gesellschaft, die ihre Universitäten vernachlässigt, schadet mittel- und langfristig sich selbst. Eine Universität bildet nicht nur Fachpersonal der Zukunft aus, sondern sie stellt auch ein Forum dar, das sozialen Zusammenhalt und den vernunftbasierten Diskurs über gesellschaftliche Veränderungen fördert. Damit dies auch jetzt und in der Zeit nach der Pandemie gelingt, braucht die Universität dringend Zuwendung.

Unser Zusammenschluss hat eine Forderung: Lassen Sie uns studieren!

Die Universität ist keine Lehranstalt, kein Serviceprovider, der nach Belieben auf Ersatzangebote ausweichen kann. Sie ist ein realer, physischer Ort. Ein Stück Stadt. Ein Lebensabschnitt.

Seit einem Jahr kommt in der Online-Lehre die Bologna-Reform an ihren konsequenten Endpunkt: Die Bildungserfahrung wird endgültig in schwarze Kacheln aufgelöst.

Bitte setzen Sie sich für unmittelbare Erleichterungen der derzeitigen Studiensituation, ernsthafte Präsenzbemühungen für das kommende Wintersemester und die transparente Kommunikation und demokratische Gestaltung der bereits begonnenen Digitalreform ein.

Unmittelbare Erleichterungen

In der Ungewissheit, die im letzten Frühjahr herrschte, war es richtig, die Präsenzlehre vorübergehend einzustellen. Wir erkennen an, dass damit ein Beitrag zur Eindämmung des Infektionsgeschehens geleistet wurde. Mit zunehmendem Wissen über das Virus wurde es an einigen Orten möglich, mit Konzepten, die diese wissenschaftlichen Erkenntnisse einbeziehen, verhängte Einschränkungen schrittweise aufzuheben. Wir verstehen nicht, warum solche Konzepte an den Orten der Wissenschaft selbst nicht realisiert werden.

In vier Bereichen fordern wir die Verantwortlichen auf, unverzüglich zu handeln:

(1) Psychische Gesundheit: Die Pandemiemaßnahmen haben die bereits abnehmende psychische Gesundheit von Studierenden weiter verschlechtert.[1] Ausgerechnet die psychologischen Beratungsstellen der Universitäten gehören zu den meist nur digital stattfindenden Angeboten. Für die psychische Gesundheit ist die menschliche Begegnung unverzichtbar. Wir fordern daher eine unverzügliche coronakonforme Öffnung und den Ausbau der Angebote.

(2) Finanzielle Unterstützungsangebote: Durch den Wegfall von Minijobs insbesondere in der Gastronomie und der Veranstaltungsbranche sind zahlreiche Studierende in finanzielle Notlagen gekommen.[2] Zu ihrer ökonomischen und psychologischen Entlastung fordern wir verbindliche finanzielle Zusicherungen (z.B. BAföG-Verlängerung schon für das Wintersemester, Erhöhung von Kinderfreibeträgen und einen nicht-kreditbasierten Ausbau der Nothilfen).

(3) Bibliotheken: (Teil-)Schließungen der Bibliotheken erschweren Forschung und Studium insbesondere in literaturintensiven Fächern massiv. Junge Studierende können den Gebrauch wissenschaftlicher Bibliotheken derzeit nicht lernen. Fortgeschrittene Studierende und Dozierende können wichtige Methoden ihrer Forschung und ihres Studiums nicht anwenden. An vielen Standorten kaum, manchmal gar nicht zugänglich sind auch ruhig gelegene Bibliotheksarbeitsplätze und (Klein-)Gruppenarbeitsräume. Wir fordern daher die sichere Öffnung von Bibliotheken, Arbeitsplätzen und -räumen zu den im Regelbetrieb vorgesehenen Öffnungszeiten.

(4) Mensen: Wir fordern Öffnungsregelungen der Mensen analog zu betrieblichen Kantinen. Auch dies würde zur Linderung von Einsamkeit und finanziellen Nöten beitragen.

Rückkehr zur Präsenzlehre

Wir möchten betonen: Der generellen Atmosphäre der Unsicherheit, in der sich Studierende derzeit befinden, wird durch diese Forderungen noch nicht Einhalt geboten. Es mangelt hierfür vor allem an verbindlichen Aussagen über die Realisierung des kommenden Semesters. Ein erneutes Digitalsemester ist als Perspektive nicht hinnehmbar.

Wir nehmen zur Kenntnis, dass im April der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz eine Präsenzrate für das kommende Semester benannt hat.[3] Wir sind allerdings der Auffassung, dass der genannte Wert von 30 % den restriktiven hochschulpolitischen Krisen- und Reformkurs der letzten Monate weiter normalisiert.

Angesichts der Impf-Prognosen erwarten wir zum Wintersemester ein klares Bekenntnis zur Präsenzuniversität: Wir fordern, dass ab dem kommenden Wintersemester wieder mehr als die Hälfte der Hochschulveranstaltungen in leiblicher Anwesenheit stattfindet. Diese Quote muss in kommenden Pandemiephasen aufrechterhalten werden, notfalls durch umfassende Investitionen in zusätzliche Hygienemaßnahmen.

Konkret fordern wir,

(1) alle Studiengänge und Semester in Wiedereröffnungskonzepte einzubeziehen. Die von uns geforderte Präsenzrate muss in allen Studiengängen und innerhalb der Studiengänge sowohl in grundständigen als auch in weiterführenden Modulen erreicht werden.

(2) mit kleinen, interaktiven Formaten zu beginnen, insbesondere mit Seminaren, Kolloquien, Sprachkursen und Übungen.

(3) die Raumknappheit durch Zusammenarbeit mit Kinos, Hallen, Clubs und Theatern zu lösen. Dies trägt auch zur Besserung der ökonomischen Situation von Angestellten des Kultur- und Veranstaltungssektors bei.

(4) Fachschaften und Hochschulgruppen „Muster-Konzepte“ zur Verfügung zu stellen. Ein von Expert*innen entwickelter Pool von Musterkonzepten muss ehrenamtliche Studierende bei der Planung von Präsenzveranstaltungen entlasten, die die Vernetzung und das Sozialleben fördern (bspw. Ersti-Veranstaltungen, Bibliotheksführungen, Uni-Kinos, etc.).

(5) Corona-Tests zu ermöglichen, so lange nicht alle Studierenden einen Impftermin bekommen konnten. Diese zu gewährleisten, ist unseres Erachtens Aufgabe der Länder und Hochschulleitungen, nicht der Studierendenschaft oder der Studierendenwerke.

(6) keine Fortsetzung der Benachteiligung von Hochschulen in bundesweiten Öffnungskonzepten gegenüber anderen Bildungsinstitutionen zuzulassen und die spezielle Rolle der Hochschulen für unsere Gesellschaft zu achten.

Digitalreform der Universität

Die Präsenzlehre steht aktuell unter einem hohen Rechtfertigungsdruck. Aussagen wie die des Vizepräsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, dass „auf Dauer mit einem digitalen Anteil von 20 bis 40 %“[4] gerechnet werden müsse, stimmen uns bedenklich. Die Zukunft der Universität muss in Anbetracht des Ausnahmezustands der letzten Semester dringend Gegenstand einer offenen, gesamtgesellschaftlichen Debatte werden. Es reicht nicht, wenn wir, die Betroffenen, davon aus der Presse erfahren.

Wir lehnen Digitalisierung an Universitäten nicht ab. Im Gegenteil, in einer medialisierten Gesellschaft ist sie unabdingbar. Die Digitalisierung muss aber der Hochschulfamilie nutzen und von einem Dialog mit allen Beteiligten begleitet sein.

Von der Art und Weise, wie wir aus dem virtuellen Ausnahmezustand herausgehen und auf ihn zurückblicken, wird die weitere Richtung der schon angelaufenen Digitalreform des Hochschulsystems abhängen. Wir fordern hier zwei strukturbildende Maßnahmen:

(1) Angemessene Evaluation der Corona-Pandemie: Wir befürchten eine unausgewogene Reflexion der Pandemieerfahrungen. Insbesondere die gesellschaftlichen, sozialtopologischen und kulturellen Aspekte der sprunghaften Digitalisierung scheinen in vielen Evaluationen unbeachtet zu bleiben.[5] In Kommissionen zur Beurteilung der Auswirkungen pandemiebedingter Maßnahmen auf die Universitätskultur könnte ergänzend die primär qualitative Reflexion von Pandemieerfahrungen geleistet werden. Schwerpunkte könnten Fächerkulturen, Hochschulöffentlichkeit, Gleichstellungsaspekte, Bildungsgerechtigkeit und der Charakter von universitärer Forschung, Lehre und Studium sein.

(2) Konkurrenz von digitalen und analogen Formaten vorbeugen: Digitale Formate stellen für uns keinen adäquaten Ersatz für Präsenzlehre dar, sondern sind parallel zu ihr eine Ergänzung des universitären Konzerts. Digitalisierung darf nicht als Instrument für Einsparungen im Bildungsbereich missbraucht werden. Jegliche Ausgaben für den Ausbau (teil-)digitaler Infrastruktur, der Entwicklung und Durchführung von Online-Lehre oder sonstige aus Digitalisierung erwachsende Fixkosten müssen als Zusatzinvestitionen zur Grundfinanzierung der Präsenzuniversität klassifiziert werden. Jeder dieser Zusatzinvestitionen muss in gleichem Umfang eine zweckgebundene Zusatzinvestition in die Universität als physischen, sozialen Ort entsprechen. Um diesen Ausgleich zu gewährleisten, braucht es die Schaffung einer Gesetzesgrundlage. Die Frage nach virtueller oder Präsenzlehre darf kein Nullsummenspiel werden.

Schluss

Wir kritisieren, dass der ursprüngliche Lockdown der Universitäten seit nunmehr 2 ½ Semestern andauert. Hierunter leiden nicht nur Forschung, Lehre und Studium, sondern auch Menschen, die beengt wohnen, einsam, psychisch belastet, finanziell oder sozial benachteiligt sind.

Darüber hinaus haben Universitäten auch eine gesamtgesellschaftliche Funktion zu erfüllen: Sie sind Lern-, Begegnungs- und Streitraum. Wir fordern, dass sie diese Verantwortung zeitnah wieder wahrnehmen dürfen. All das geht – etwa durch Phasenpläne – auch sicher in einer Pandemie wie dieser. Die hohen Inzidenzzahlen von gestern sind keine Rechtfertigung für die Konzeptlosigkeit von heute und morgen.

Bitte nehmen Sie sich der Universität und damit der Zukunft unserer Bildung endlich ernsthaft an!

Zur Initiative

Stellenausschreibung für einen Gastaufenthalt an der Universität Wrocław

Im Rahmen der Germanistischen
Institutspartnerschaft zwischen Heidelberg und
Wrocław vergibt der DAAD
Mobilitäts- und Aufenthaltspauschalen
für einen einmonatigen Gastaufenthalt an der Universität
Wrocław (Polen) im Herbst/Winter 2021

 

Förderung
Zwei Plätze für einen Gastaufenthalt an der Universität Wrocław im Winter
2021 (Wiederbewerbung für 2022 möglich).

 

Stellenausschreibung für folgende Zielgruppen

Studierende der Germanistik

Doktorand*innen der Germanistik

Fachschaftsaktivität in Zeiten von Corona

Die aktuelle Corona-Situation betrifft auch die Arbeit der Fachschaft. Natürlich bleiben wir aktiv und treffen und weiterhin montags um 18 Uhr – aber online über Discord. Wer bei unseren Sitzungen dabei sein möchte, ist jederzeit willkommen und kann uns gerne eine Mail schreiben: fs-germanistik@stura.uni-heidelberg.de

Wir freuen uns auf Euch!

Eure Fachschaft Germanistik.

Jobangebot der Beihang University

Im Namen von Professorin Albrecht möchten wir auf ein Jobangebot als Lektor/in in der Fremdsprachenabteilung der Beihang University (China) hinweisen. Gesucht wird ein/e Germanist/in mit BA- oder besser MA-Abschluss.

Sommerfest am 19.7.

Auch in diesem Jahr öffnet der Garten der Germanistischen Linguistik seine Tore für das alljährliche Germanistik-Sommerfest. Im Namen der Fachschaft möchten wir recht herzlich dazu einladen und freuen uns schon jetzt über Euer Erscheinen!
Die Feier findet am 19. Juli ab 18 Uhr im Garten der Karlstraße 2 statt. Neben einer schönen Atmosphäre sowie Speis und Trank hat die Fachschaft kleine Programmpunkte vorgesehen: Unter anderem wird der Germanistik-Chor singen.
Eine Bitte an Euch: Die Organisation der Feier ist stets viel Aufwand für uns als ehrenamtliche Studenten. Wer uns unterstützen kann, indem er eine Schicht übernimmt oder einen Salat bzw. Kuchen spendet, kann dies gerne am Schwarzen Brett vor dem Aufenthaltsraum vermerken.